REALLABOR IWIQ

Grauwasser-Recycling: 
Technisch möglich und dringend nötig. 

Jetzt im Reallabor.

Wir haben ein Problem: Das Wasser wird knapp. Dürreperioden verringern die Wasserressourcen, während Berlins Bedarf steigt. Mit dem Ende des Lausitzer Braunkohleabbaus werden Millionen Kubikmeter abgepumptes Grundwasser wegfallen, die bisher die Spree auffüllen. Wir brauchen dringend Lösungen.

Eine Technik steht bereit: Grauwasser-Recycling mit Wärmerückgewinnung. Leicht verschmutztes Abwasser aus Bad und Küche wird direkt im Haus gereinigt und ein zweites Mal genutzt – etwa für die Toilettenspülung. Das spart bis zu 30 % Trinkwasser. Gleichzeitig wird die Abwärme des Wassers zurückgewonnen und wieder zur Warmwasserbereitung im Haus verwendet. 
Es ist keine Frage, ob Grauwasser-Recycling zum neuen Standard wird, sondern wann. 125.000 unsanierte Mehrfamilienhäuser in Berlin könnten in den nächsten Jahrzehnten dezentrale Ressourcen-Zentren werden, die ihr Wasser und ihre Wärme direkt vor Ort zurückgewinnen. Im Reallabor IWIQ schaffen wir die technischen, rechtlichen und wirtschaftlichen Grundlagen für diese Transformation.


Reallabor Thema 1: 
Umsetzung & Innovation

Wir zeigen, dass die Technologie bereit ist und erproben sie in vier Sanierungsprojekten. Dabei sammeln wir Wissen und testen Innovationen.

  • Einbau im Bestand: Grauwasser-Recycling benötigt ein zweites Leitungsnetz im Gebäude. Im Neubau ist das kein Problem. Im Bestand ist es eine Herausforderung. Wir erproben Lösungen, wie die Nutzung alter Kaminschächte oder die Integration der Leitungen in der Fassadendämmung.
  • Nutzung weiterer Quellen: Stärker verschmutztes Grauwasser aus der Küche und Waschmaschine wird bisher nicht genutzt, doch würde das Einsparungspotenzial erheblich steigern. Wir erproben innovative Technik, um auch dieses Abwasser preiswert und vor Ort nutzbar zu machen.


  • Wissenschaftliche Absicherung: Mittels kontinuierlichem Datenmonitoring und detaillierter Ökobilanz (LCA) belegen wir die reale Effizienz sowie die ökologische Nachhaltigkeit der Systeme.


Wissenstransfer: Um die Fortbildung von dringend benötigtem technischem Fachpersonal vorzubereiten, erarbeiten wir Lehrmaterial für physische und digitale Weiterbildungsmöglichkeiten.

Projektauftakt von Reallabor IWIQ am 25.08.25

Unsere dezentrale Grauwasseraufbereitung reduziert den Trinkwasserverbrauch um bis zu 60 % und nutzt gleichzeitig die enthaltene Abwärme für lokale Wärmeversorgung.

Reallabor Thema 2: 
Regularien & Fördermöglichkeiten

Die Technik ist einsatzbereit, doch wichtige administrative Grundlagen fehlen noch. Gemeinsam mit Verantwortlichen und Expert*innen erarbeiten wir in Workshops Lösungen.

  • Vereinbarkeit mit Milieuschutz: Verwaltungsmitarbeitende stehen vor einer Herausforderung. Sinnvolle und gewollte Sanierungsmaßnahmen, wie Wärmepumpe oder Grauwasser-Recycling, vertragen sich aktuell nicht mit dem Milieuschutz. Und das, obwohl die Warmmiete durch verringerte Nebenkosten sogar sinken kann.
  • Regularien zu Betriebswasserwiederverwendung: Betriebswasser erreicht mindestens Badegewässerqualität, darf jedoch nur für die WC-Spülung oder die Waschmaschine verwendet werden. Wir arbeiten an Standards, die eine Nutzung darüber hinaus ermöglichen – etwa für die Bewässerung von Grünflächen.


Anreize: Der Einbau einer Anlage für Grauwasser-Recycling und Wärmerückgewinnung braucht wirtschaftliche Anreize. Wir liefern Fakten und Konzepte, um die Investition wirtschaftlich attraktiv zu machen.

Beteiligte